Treten Sie zur Seite, Tom Cruise! Wir können’s auch!

„Da oben hat man keine Zeit zu denken. Wenn man denkt, ist man tot.“ Ähm ja, anders als das Zitat aus Top Gun es nahelegt, finden wir Segelflieger überlegtes Handeln eigentlich ganz sinnvoll. Egal, Spaß hat der Film trotzdem gemacht – aber dazu gleich mehr.

Campwoche eins. Wettervorhersage: zunächst durchwachsen. Aber immerhin, zum Schulen waren die Tage überwiegend geeignet. Außerdem luden sie zu spannenden Experimenten ein: Wer hätte gedacht, dass sich eine Bierbank ganz passabel zum Surfen im Bach eignet? Seit diesem Camp wissen wir’s. Neben den Surf-Künsten trainierten wir außerdem nebenher unsere Treffgenauigkeit beim abendlichen Bowling.

 

Die ambitionierten Streckenpiloten mussten sich zunächst noch in Geduld üben – aber die wurde belohnt. Und zwar in Form von zwei Ausnahmetagen, wie man sie (leider) selten im Jahr hat. Feinste Cumulus-Wölkchen dekorierten den Himmel und wiesen zuverlässig den Weg zur Thermik. So muss Segelfliegen sein! Gut 8.000 Flugkilometer haben unsere Piloten allein an diesen beiden Tagen auf Weglide registriert – von sehr ordentlichen 14.000 während der beiden Camp-Wochen insgesamt.

 

Spitzenreiter war Jens, der 808 Kilometer via Feldberg und Wasserkuppe zurücklegte. Wo wir gerade über sportliche Leistungen sprechen, muss auch Dirk erwähnt werden, der seine geplante Route in die Tat umsetzen konnte und 662 Kilometer auf dem Tacho hatte – mit unserem Astir CS. Wie heißt es bei Top Gun so schön: Auf den Piloten, nicht auf das Flugzeug kommt es an.

 

Woran wir vielleicht noch arbeiten müssen, ist das Timing der Jahreshauptversammlung: Eigentlich eine optimale Beschäftigung für Regenphasen, lag sie heuer am Abend des perfekten Streckenflug-Tags, an dem man eigentlich jede Minute bis zum Abend ausnutzen wollte. Ob es mit an den zufriedenen Gemütern nach diesem Flugtag lag, dass die Versammlung so konstruktiv und harmonisch verlief? Fazit war jedenfalls, dass der LSV Geratshof in quietschfideler Verfassung ist: mit einer gesunden Mitgliederanzahl, einigen Flugschülern und einem modernen Flugzeugpark. Und dem Gründungsziel „viel und weit fliegen“ alle Ehre macht.

 

Einen würdigen Abschluss fand die erste Woche mit Henris 50-Kilometer-Flug nach Benediktbeuern – von dort stammt das Beweisfoto oben mitsamt der Rückholcrew. Nächster Schritt ist jetzt seine praktische Prüfung und dann liegt bald der Flugschein in der Post.

 

Camp-Woche zwei: Unseren Flugschülern war’s ein Fest – Achtung, Pro-Tipp: Wer die Camps für sich nutzt, kommt verdammt schnell voran in seiner Ausbildung. So mancher hat den Trick durchschaut und war dementsprechend Dauergast. Das Thermometer kletterte stetig nach oben und zum letzten Wochenende hin wurden alle Flugbeteiligten dank Rekordhitze schonend zart gegart.

 

Abkühlung und -wechslung versprach ein Abstecher ins Kino, um mal zu gucken, wie die Kollegen von Top Gun 2 (36 Jahre nach dem ersten Teil!) so zurechtkommen. Okay, Mach 10 schaffen wir mit unseren Fliegern selbst mit Wasserballast nicht, aber als kurzweilige Begleitung zum Popcorn war uns der Film schnell ans Herz gewachsen.

 

Zum Glück dauert es bei uns nicht so lange bis zur Fortsetzung wie im Kino, sondern in weniger als zwei Monaten geht es schon weiter. Also gerne vormerken: Das Sommercamp startet am 8. August!