VEREIN

Unser Verein besteht seit 1993 und zählt gut 70 Mitglieder. Von jung bis alt, aus Landsberg, Augsburg, München oder von weiter weg. Was uns eint, ist der Spaß, die Welt von oben zu entdecken. Denn beim Segelfliegen gilt: Der Weg ist das Ziel. Entspannt, ungezwungen und familiär. Auch außerhalb des Flugplatzes verbinden uns vielfach Freundschaften und gemeinsame Unternehmungen.

Dazu gehören das selbstverständliche Einhalten aller Spielregeln und Gesetze, regelmäßige Sicherheitstrainings sowie das kontinuierliche Pflegen einer offenen und vertrauensvollen Fehler- und Lernkultur.

Denn damit einer in die Luft kommt, braucht es mindestens drei Personen, die helfen. Aber nicht nur aus reiner Zweckmäßigkeit, sondern weil’s gemeinsam einfach mehr Spaß macht – so ist es kein Zufall, dass unsere doppelsitzigen Flugzeuge die meisten Flugstunden zurücklegen.

Wer an den Geratshof kommt, spürt das sofort: trotz aller Zielorientierung und menschlicher Vielfalt herrscht hier eine familiäre und harmonische Stimmung. Das gemeinsame Miteinander und gute Verhältnis ist uns auch mit den im Umkreis des Flugplatzes liegenden Gemeinden wichtig.

JUGENDTEAM

Viele unserer Mitglieder sind Jugendliche oder Flugschüler. Jugend auf dem Geratshof: Das bedeutet viel Fliegen, Spaß, gemeinsame Aktivitäten sowie das Lernen von sozialen Kompetenzen und Teamwork.

Unser Jugendteam besteht aus knapp 20 Mitgliedern im Alter von 14 bis 25 Jahren. Am Geratshof kommt garantiert niemandem Langeweile auf, denn es ist immer etwas geboten. In erster Linie geht es uns natürlich um das Fliegen, aber es kommen auch andere Aktivitäten nicht zu kurz – Schwimmen, auf Konzerte gehen oder anderes.

Segelfliegen erfordert Teamwork, Übernahme von Verantwortung, das Treffen von eigenen Entscheidungen und das nachhaltige Umgehen mit Ressourcen. Mit anderen Worten: Segelfliegen ist ein idealer Sport zur eigenen Entfaltung und Entwicklung. Schau vorbei!

SPORTLICHE SPITZENLEISTUNG

Jährlich bis zu 5.000 lautlose Segelflugstarts- und Landungen, 3.000 Flugstunden am Himmel und 130.000 Streckenkilometer, was drei Erdumrundungen entspricht: Der LSV Geratshof ist sehr aktiv und Streckenflug ist unsere Passion. Am besten in den Alpen vor unserer Haustüre. Im weltweiten Vergleich spielen wir ganz vorne mit – unsere Top-Platzierung nach geflogenen Kilometern lag auf Platz 47 von 1.500 Fliegerclubs, die weltweit am Segelflug-Onlinecontest teilnehmen.

Nicht selten fliegen wir Strecken von über 1.000 Kilometer vom Geratshof aus und erreichen dabei Geschwindigkeiten von deutlich über 200 km/h. Und wir sind natürlich ganz besonders stolz darauf, einige bekannte „Meister“ und sogar ein ehemaliges Mitglied der deutschen Segelflugnationalmannschaft in unseren Reihen zu haben.

Die volle Dynamik des Segelfliegens vogelgleich, lautlos und ästhetisch erschließen, dabei scheinbar schwerelos und majestätisch Figuren an den Himmel malen, das ist Segelkunstflug.

Loopings, Turns, Rollen, Rückenflüge und andere schöne Figuren – mit vielen modernen Kunststoffsegelflugzeugen ist das lautlos-beeindruckende Himmelsballett, bei dem auf Pilot und Maschine Kräfte bis zum über sechsfachen der Erdbeschleunigung einwirken, erleb- und spielbar. Segelkunstflug ist Perspektivenwechsel pur.

Beim Segelkunstflug geht’s auf keinen Fall darum, Zuschauer mit irgendwelchen spektakulären, gefährlichen oder gar halsbrecherischen Manövern zum Luftanhalten zu bringen. Durch exaktes Steuern und Beherrschen des Segelflugzeuges die Kunstflugfiguren exakt, harmonisch und flüssig aneinander gereiht zu fliegen, ist das Ziel dieser sportlichen Variante des Segelfliegens, für die eine spezielle Ausbildung und Berechtigung erforderlich sind.

Ähnlich wie beim Eiskunstlauf messen sich Segelkunstfliegerinnen und -flieger auf Wettbewerben, indem sie unter den wachsamen Augen am Boden stehender Punktrichter verschiedene Küren vorführen. 


Der LSV Geratshof hat mit seiner ASK 21 ein für den Vereinskunstflug optimal geeignetes Segelflugzeug und ein Team von Kunstflugpiloten lässt darin, in einem speziell von der Flugsicherung München östlich des Geratshofs zur Verfügung gestellten Luftraum, die Welt regelmäßig Kopf stehen.


Die Ausbildung zu Segelkunstflugpiloten ist im LSV Gerasthof ebenfalls möglich.

Sportliche Leistung ist bei uns aber kein Zwang: Einfach „nur so“ gemütlich spazieren zu fliegen, um ganz entspannt die herrliche Landschaft der Wiesen, Seen und Alpen von oben zu genießen, ist für uns genauso wichtig und wertvoll.

NACHHALTIGKEIT

Lautlos mit den Kräften der Natur: Segelflieger machen sich die Aufwinde zu Nutze, die durch Sonnenwärme oder Wind über unserer Erde entstehen. Diese gewaltigen Kräfte sind der Motor des Segelflugzeuges, der ihm stundenlange fantastische Flüge ermöglicht.

Auf den Dächern des Geratshofs ist ein Solarkraftwerk mit 300 KW Leistung installiert. Unser Vereinsheim ist ein natürlich gehaltenes Blockhaus und wird mit Bioenergie beheizt. Unser Gelände wird im Rahmen der Flugsicherheit nur wo und wann unbedingt nötig gemäht und ist absolut unbehandelt. Deshalb gibt’s auf dem Flugplatz und an seinen Rändern einen großen Artenreichtum an Pflanzen und Tieren zu entdecken, mit denen wir Lebensraum teilen.

Unsere wenigen motorgetriebenen Flugzeuge zeichnen sich durch sehr niedrigen Verbrauch und wenig Geräuschemission aus – eines wird sogar durch einen Elektromotor angetrieben. Kurzum: Segelfliegen ist ein umweltfreundliches Hobby. Und wer von oben auf die Welt schaut und sich von Sonne und Wind tragen lässt, entwickelt ein Bewusstsein für den Wert der Natur.

UNSERE FLUGZEUGE

Unser Flugzeugpark hält für den genussorientierten Ausflug wie für die sportliche Rekordjagd eine tolle Auswahl parat. Segelflugzeuge sind heute elegante Hightech-Geräte aus Kohle- oder Glasfaserkunststoff. Sie haben Spannweiten von bis zu über 30 Metern, erreichen Geschwindigkeiten von über 300 km/h und halten bis zum Zehnfachen der Erdbeschleunigung aus.

Am Flugplatz sind über 20 Segelflugzeuge stationiert. Davon gehören sieben dem Verein, darunter auch ein Schlepp-Motorsegler.

ASK 21

Unser Allround-Talent, Baujahr 2010. Sie ist das aktuell meist gebaute doppelsitzige Segelflugzeug ihrer Klasse und eines der beliebtesten und gutmütigsten Vereins-Segelflugzeuge. Sie ist komplett aus Glasfaserkunststoff hergestellt, hat eine Spannweite von 17,50 m, ein maximales Abfluggewicht von 600 kg und eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h.

Im LSV Geratshof ist sie das Schulflugzeug, auf dem alle Flugschüler doppelsitzig ausgebildet werden. Das Besondere an der ASK 21 ist ihre Kunstflugtauglichkeit, die sie zu unserer Ballerina für den lautlos-majestätischen Tanz am Himmel macht. Mit 1.000 Metern Höhe kann die ASK 21 rund 34 km weit gleiten.

Ka 8 b

Die „old Lady“ in unserem Flugzeugpark. Die Ka 8 gibt es seit 1957, ihre Tragflächen sind aus Holz, der Rumpf aus Stahlrohr – beides ist mit einem speziellen Stoff bespannt. Sie der erste Einsitzer, den unsere Flugschüler fliegen dürfen. Dank ihrer federleichten 195 kg spürt man in ihr jeden Aufwind sofort und kann dann durch ihre besonderen Langsamflugeigenschaften optimal darin steigen.

Besonderes Schmankerl: an heißen Tagen kann man sich, wie auf dem Foto, mit ihrer Cabrio-Haube die Thermik hautnah um die Nase wehen lassen. Die Ka 8 hat 15 m Spannweite und kann mit 1.000 Metern Höhe ohne Aufwind 27 km weit gleiten.

Astir CS

Nach der Schulung in der doppelsitzigen ASK 21 und der Ka 8 b ist der Astir CS der erste Kunststoff-Einsitzer, auf den unsere Flugschüler umsteigen dürfen, denn das Handling ist relativ ähnlich zur ASK 21.

Aber auch bei den Scheinpiloten ist der Astir beliebt, denn er zeichnet sich durch gutmütige Flugeigenschaften aus, die aber schon mit einer ganz ordentlichen Gleitleistung kombiniert sind: Mit 1.000 Metern Höhe kann er ohne Aufwind 38 km weit gleiten. Das robust gebaute Flugzeug hat eine Spannweite von 15 Metern.

 

                    Foto folgt

LS 4 b

Ein moderner Kunststoffeinsitzer mit einem geräumigen Cockpit und Einziehfahrwerk. Die LS4 b wird von den fortgeschrittenen Flugschülern und den Streckenflugpiloten des LSV genutzt.

Ihre Spannweite beträgt 15 m, das maximale Abfluggewicht liegt bei 525 kg und die Höchstgeschwindigkeit bei 280 km/h. Mit 1.000 Metern Höhe kann sie ohne Aufwind 41 km weit gleiten.

Duo Discus XLT

Ein doppelsitziges Hochleistungsflugzeug aus Glas und Kohlefaser, Baujahr 2017, am Geratshof im Einsatz für Streckenflüge. Seit 1993 wird der Duo Discus in verschiedenen Versionen gebaut und er ist der Stand heute meist gebaute Streckenflugdoppelsitzer. Dass er so beliebt ist, liegt daran, dass er gutmütiges, einfaches Handling mit für diese Flugzeugklasse top Flugleistungen verbindet.

Der „XLT“ ist die aktuellste und am besten ausgestattete Version des Duo Discus. Er hat 20 m Spannweite, spezielle Landeklappen für steile Landeanflüge und Kurzlandungen, ein besonders langes Cockpit für große Piloten und einen kleinen, 34 PS starken Hilfsmotor, der hinter dem Cockpit aus dem Rumpf ausgeklappt werden kann und bei fehlenden Aufwinden den Rückflug nach Hause oder zu einem anderen Flugplatz sichert. Mit 1.000 Metern Höhe kann der Duo Discus ohne Aufwind ca. 45 km weit gleiten.

Discus 2cT

Die „Rennsemmel“ im Geratshofer Flugzeugpark, Baujahr 2017. Der Discus 2cT ist mehr oder weniger die einsitzige, noch leistungsfähigere Version unseres Duo Discus XLT. Er ist aus Kohlefaser gebaut, hat 18 m Spannweite und ist für sehr weite Streckenflüge mit hohen Fluggeschwindigkeiten ausgelegt.

Er vereint, wie sein doppelsitziger Bruder, einfaches Handling mit sehr guten Flugleistungen – mit 1.000 Metern Höhe kann er ohne Aufwind ca. 47 km weit gleiten oder, wie der Duo Discus, sein hinter dem Cockpit liegendes, 29 PS starkes Ausklapptriebwerk zum Weiterflug nutzen.

HK 36 Super Dimona

Noch ein Multitalent. Sie ist ein eigenstartfähiger Motorsegler, hat 100 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Zum Starten und Landen reicht ihr eine 200 m lange Graspiste. Mit Motor kann sie eine Höhe von 6.000 m erreichen. Sie ist besonders lärmarm – ihre Geräuschemission liegt deutlich unter der eines Autos – und sparsam: Bei einer Reisegeschwindigkeit von 170 km/h liegt ihr Verbrauch bei ca. 8 Litern Superbenzin pro 100 km.

Neben dem Reiseflug wird sie am Geratshof zusätzlich zum Schleppen von Segelflugzeugen und für Rundflüge eingesetzt. Im Flug kann die Dimona mit abgestelltem Triebwerk wie ein Segelflugzeug geflogen werden. Mit 1.000 Metern Höhe kann sie ohne laufenden Motor 28 km weit gleiten.